Aktion „Grundschule Gaulsheim erhalten!“

Insgesamt mehr als 5000 Unterschriften für den Erhalt der Gausheimer Grundschule hat die Initiative aus Eltern und Bürgern innerhalb von 12 Tagen gesammelt. Zu den 4338 Unterzeichnern auf Papier kommen noch 784 aus der Online-Petition. Die Unterschriften sollen heute Nachmittag am Rande der letzten Plenarsitzung des Landtages an Bildungsministerin Stefanie Hubig übergeben werden. Das Land will die Grundschule in Gaulsheim zum Ende des Schuljahres schließen.

Ein Zeichen, an dem niemand so leicht vorbei kommt

„Diese Welle der Unterstützung und Sympathie hat uns selbst ein bisschen überwältigt“, sagt Christine Goebel von der Initiative für die Grundschule. „Auch wenn die Unterschriften nur ein Symbol sind, so sind sie aber auch ein sehr deutlicher Hinweis, dass unsere Schule und auch diese Schulform breiten Rückhalt in der Bevölkerung hat.“ Zurzeit besuchen 28 Kinder die Grundschule „An den Rheinwiesen“ in Gaulsheim. Das Schulgesetz sieht vor, dass eine Grundschule für jeden Jahrgang eine Klasse bilden muss. In Gaulsheim gibt es nur zwei Klassen (1. und 2. Schuljahr zusammen, 3. und 4. Schuljahr zusammen). Deshalb droht die Schließung.

Rückenwind für die anstehenden Gespräche

Die große Zahl der Unterschriften ist Rückenwind für die Anstehenden Gespräche mit dem Bildungsministerium und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die in der kommenden Woche beginnen. „Wir fordern, die Gaulsheimer Schule mit der Grundschule im Nachbarort zu einer Organisationseinheit zusammen zu legen und auf diese Weise als Außenstelle zu erhalten“, sagt Simone Pieroth, Schulelternsprecherin in Gaulsheim. Schon jetzt werden beide Schulen von derselben Direktorin geleitet. Bingen-Gaulsheim als Außenstelle von Bingen-Kempten würde das Schulgesetz erfüllen und die die Schule vor Ort trotzdem erhalten.

Gaulsheim ist mit 1095 Einwohnern der kleinste Stadtteil von Bingen. Der Ort liegt westlich von Bingen eingegrenzt zwischen Rhein und Autobahn, sodass es keine Möglichkeit für ein Neubaugebiet gibt. Umso wichtiger ist die Grundschule, weil sie zusammen mit dem Kindergarten einen „Standortvorteil“ darstellt, der junge Familien in den kleinen Ort zieht.