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Einstimmiger Beschluss im Stadtrat

Die Initiative zum Erhalt der Grundschule in Gaulsheim begrüßt den einstimmigen Beschluss des Stadtrates für den Erhalt der Schule und die Aufnahme der Toilettenrenovierung in den Haushalt 2018/19. Auch die Ankündigung der Stadt, gegebenenfalls gegen eine Schließung zu klagen, begrüßen die Gaulsheimer Eltern, Schüler und Bürger. Die Stadt Bingen macht damit deutlich, dass sie ohne Einschränkung hinter dem Schulstandort Gaulsheim steht. An den Gesprächen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde (ADD), die am kommenden Dienstag, dem 19.12., beginnen, ist zunächst nur die Stadt beteiligt. Eltern, Schüler und Bürger erwarten, dass die Stadt jetzt präzise und mit allen notwendigen Details die Argumente für den Standort Gaulsheim vorträgt.

Welche Argumente sprechen im Sinne der Leitlinien gegen eine Schließung?

Wir gehen davon aus, dass die Stadt gegenüber der ADD noch einmal sehr deutlich macht, dass der Schulweg von Gaulsheim zur Grundschule Bingen nicht den Leitlinien und dem von der Landesregierung vertretenen Motto „kurze Beine, kurze Wege“ entspricht. Der Schulweg würde nicht nur die vorgegebene rote Linie von 30 Minuten überschreiten, sondern wäre auch eine hohe Belastung für die Grundschüler.

Der Weg zur Burg-Klopp beinhaltet eine Busfahrt von 14 Minuten von Gaulsheim-Kirche bis Bingen-Stadtbahnhof. Von dort beträgt der kürzeste Fußweg zur Grundschule in Bingen 700 Meter, führt allerdings auch über die am meisten befahrenen Straßen. Ein Erwachsener kann diesen Weg bergauf in etwa 11 Minuten zurücklegen bei einer zugrunde gelegten durchschnittlichen Gehgeschwindigkeit von 3,5 km/h. Für Kinder im Grundschulalter verdoppelt sich dieser Wert statistisch und der Weg würde damit etwa 22 Minuten dauern. Das macht zusammen mit der Busfahrt einen Schulweg von mindestens 36 Minuten.

Hinzukommt die Tatsache, dass am Stadtbahnhof in den Morgenstunden hunderte ältere Schüler der weiterführenden Schulen ankommen und die Situation noch dadurch erschwert wird, dass viele Eltern ihre Kinder mit dem Pkw zur Schule bringen. Wenn die Grundschüler aus Gaulsheim auf weniger befahrene Wege ausweichen, verlängert sich der Weg vom Bahnhof zur Schule auf bis zu 850 Meter und damit eine reine Gehzeit bergauf von 26 Minuten. Zusammen mit der Busfahrt wäre das ein Schulweg von etwa 40 Minuten.

Bei dieser Berechnung müssten die Grundschüler in Gaulsheim im Übrigen schon um 6.55 Uhr abfahren, damit sie rechtzeitig zum Unterrichtsbeginn ankommen. Der nächste Bus fährt erst um 7.30 Uhr ab Gaulsheim Kirche.

Statt die Kinder auf einen beschwerlichen Weg zur übernächsten Schule zu schicken, bleiben wir bei unserem Vorschlag, die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen Kempten und Gaulsheim jetzt zu institutionalisieren und Gaulsheim als Außenstelle von Kempten bestehen zu lassen, da Kempten die Gaulsheimer Schüler räumlich nicht aufnehmen kann.

Was kann für die Akzeptanz der Schule getan werden?

Für die Akzeptanz der Schule muss im Grunde nichts getan werden, denn sie erfreut sich großer Beliebtheit. In den wenigen Fällen, in denen Eltern ihre Kinder aktuell auf andere Schulen schicken, geht es nicht um die Schule an sich, sondern um die Betreuungssituation. Diese Eltern wollten eine Betreuung über 15 Uhr hinaus.

Eine wichtige Rolle spielt in dem Zusammenhang auch die Erweiterung des Gaulsheimer Kindergartens seit September 2015 zum Ganztag. Zuvor hatten einige Eltern ihre Kinder in Nachbarorten im Kindergarten angemeldet und dann auch dort in die Grundschule gehen lassen. Sie haben dafür die weiten Wege auf sich genommen, um die Kinder nicht aus den sozialen Bindungen zu reißen, die dort im Kindergarten aufgebaut worden waren.

Die Schließung der Schule würde die Bemühungen der Gaulsheimer in den vergangenen Jahre konterkarieren, den Kindergarten durch die Erweiterung der Betreuungszeiten und jetzt auch mit einem Leitungswechsel und der damit einhergehenden neuen pädagogischen Ausrichtung so attraktiv zu machen, dass niemand seinen Kindern und sich selbst weite Wege zumuten muss.

Die Initiative für den Erhalt der Grundschule begrüßt daher auch den Beschluss der Stadt, die Renovierung der Toilettenanlagen vorzunehmen. Zusammen mit den bereits vorgenommenen Renovierungsarbeiten (Neuanstrich) wird damit deutlich, dass die Stadt als Träger uneingeschränkt hinter der Schule steht. Ein attraktives durchgehendes Kindergarten- und Schulangebot bis zum Ende der Grundschulzeit ist für Gaulsheim ein entscheidender Standortvorteil, wenn es um den Zuzug von jungen Familien geht und die Lebensqualität vor Ort.

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